„Falls Du keine Sorgen hast - kauf Dir eine Ziege!“

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Das Sprichwort deutet es an: Es ist gar nicht so einfach, Ziegen artgerecht zu halten und dabei nicht die Nerven zu verlieren. Sie zeichnen sich durch ein ausgeprägtes Sozialverhalten aus und fühlen sich am wohlsten im Herdenverband. Diese Herde darf aber nicht aus zu vielen Individuen bestehen, in der Natur würden sich Kleingruppen von 20 bis maximal 50 Tiere bilden. Allerdings benötigen sie wegen intensiver Rangordnung und Bewegungsfreude viel Platz.

Das Erbe der im Gebirge lebenden Wildform sind Kletterfreude, Trittsicherheit und bevorzugtes Ruhen auf erhöhten Plätzen. Das Gelände der Ziegenhaltung sollte über eine entsprechende Struktur verfügen, sonst langweilen sich diese intelligenten Tiere sehr schnell.

Eins sollte man dabei auf keinen Fall vernachlässigen: Eine weitestgehend ausbruchsichere Umzäunung. Denn scheint das Gras auf der anderen Seite des Zaunes grüner, so hält die verfressenen Ausbruchskünstler nur ein sehr stabiler, hoher Zaun von der Speiseplanerweiterung ab. Die Wortschöpfung „Bocksprung“ lässt erahnen, zu welch sportlicher Leistung Ziegen in der Lage sein können.

Ist sie doch einmal entwischt: Einfangen lässt sich eine Ziege nur mit viel Ruhe, etwa in dem man sie nicht weiter beachtet, und so tut, als wäre ihr Ausflug von uns geplant. Wer dann nach einer Weile im Stall so nebenbei mit der Haferschüssel klappert oder einen Obstzweig aufhängt, wird nicht lange auf den Ausreißer warten müssen. Glücklicherweise laufen Ziegen in der Regel nicht endgültig weg, zu groß ist doch ihre Verbundenheit mit einem schützenden Stall und der gefüllten Futterschüssel.