Charmante Meckerköppe - Abenteuer Ziegenhaltung

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Man begegnet ihnen in Deutschland nur noch selten. Als Fan vom 1. FC Köln sieht man einen stattlichen männlichen Vertreter dieser Art bei jedem Heimspiel. Dabei gilt die Ziege als wohl ältestes Haustier des Menschen.

Die Besiedlung klimatisch ungünstiger Gebiete durch den Menschen war nur durch das symbiotische Verhältnis mit Milchtieren möglich. Die auch unter extremeren geografischen Bedingungen gut zu kultivierende Ziege stellt noch heute für viele Menschen gerade in Entwicklungsländern die Lebensgrundlage dar. Sie sind fütterungstechnisch sehr genügsam, da sie über ein sehr effektives Verdauungssystem verfügen. Daher werden sie auch als die Kuh des kleinen Mannes bezeichnet.

Der Mensch versorgt die Tiere in kargen Zeiten mit Futter und schützt sie vor Raubtieren. Im Gegenzug geben Ziegen Milch und liefern Fleisch. Eine einzige Ziege gibt bis zu 700 Liter Milch im Jahr (mehr als ein Schaf!), was den Bedarf einer kleinen Familie decken kann. Ziegenmilch ist schmackhaft, durch ihre feine Fettstruktur leicht verdaulich und nahrhaft.

In den deutschsprachigen Ländern hat Ziegenhaltung wirtschaftlich kaum Bedeutung. Die Rangliste der vierbeinigen Nutztiere führen Rinder und Schweine an, gefolgt von den Schafen. In Deutschland beispielsweise stehen den etwa 35 Millionen Rindern und 30 Millionen Schweinen noch keine 0,2 Millionen Ziegen gegenüber. Selbst die Zahl der Pferde ist höher.

Apropos Pferde: Einzeln gehaltenen Pferden gesellt man oft eine oder mehre Ziegen dazu, um Aggression oder Depression beim Herdentier Pferd zu vermeiden. Eine Ziege mit dieser Aufgabe nennt man Beistellziege. Früher umfasste das auch den sprichwörtlichen Begriff Sündenbock: Eine männliche Beistellziege, die nach Volksglauben die Krankheiten im Stall auf sich zieht.